Handwerk in der Region Trier robust – Geschäftslage verbessert
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KonjunkturHandwerk in der Region Trier robust – Geschäftslage verbessert
Das Handwerk in der Region Trier blickt wieder optimistischer auf die aktuelle Geschäftslage. Nach einer schwierigen Phase hat sich die Stimmung im Herbst 2026 spürbar verbessert. 86,2 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend. Im Frühjahr waren es noch 76,5 Prozent. Der große Aufschwung lässt jedoch weiter auf sich warten: Mit 107 Punkten liegt der Geschäftsklimaindikator leicht unter dem Vorjahreswert von 109 Punkten. Grundlage der Herbstumfrage sind die Rückmeldungen von 390 Handwerksbetrieben mit insgesamt knapp 10.627 Beschäftigten.
Im Vergleich zum Herbst 2025 fällt die Bilanz insgesamt positiver aus. Damals bewerteten 80,4 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, aktuell sind es 86,2 Prozent. Für die kommenden Monate erwarten 75,7 Prozent eine gleichbleibende oder sogar bessere Entwicklung.
Bei den Aufträgen zeigt sich Licht und Schatten. Die durchschnittliche Auftragsreichweite ist gegenüber Herbst 2025 von 9,8 auf 11,2 Wochen gestiegen. Gleichzeitig melden weniger Betriebe eine Auslastung von mehr als 70 Prozent. Ihr Anteil sank von 72,7 auf 69,0 Prozent.
Die Umsätze sind vergleichsweise stabil. Fast die Hälfte der Betriebe (47,8 Prozent) meldet unveränderte Umsätze, jeder vierte verzeichnet Zuwächse. Von Rückgängen berichten 28,8 Prozent der Unternehmen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Personal: Bei knapp drei Vierteln der Betriebe (72,5 Prozent) hat sich die Beschäftigtenzahl nicht verändert. 12,6 Prozent haben zusätzliche Mitarbeiter eingestellt und 15 Prozent Personal abgebaut. Für die kommenden Monate planen jedoch nur noch 7,9 Prozent einen weiteren Beschäftigungsaufbau.
Größte Herausforderung bleibt die Kostenentwicklung. 72,3 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenen Einkaufspreisen. Im Herbst 2025 lag dieser Wert noch bei 50,8 Prozent. Entspannung ist nicht in Sicht: Knapp 70 Prozent rechnen in den kommenden Monaten mit weiteren Preissteigerungen. Entsprechend dürfte ein Teil der Belastungen bei den Kunden ankommen: Nahezu 45 Prozent der Betriebe erwarten steigende Verkaufspreise.
Je nach Branche fällt die Lage allerdings sehr unterschiedlich aus. Robust präsentieren sich auch Bauhaupt- und Ausbaugewerbe mit jeweils rund 105 Punkten sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Deutlich schwieriger ist die Situation im Nahrungsmittelhandwerk. Dort fällt der Geschäftsklimaindikator innerhalb eines Jahres von 105 auf lediglich 76,3 Punkte. Am besten schneiden die personenbezogenen Dienstleistungen mit einem Geschäftsklimaindikator von 120,2 Punkten ab.
„Das Handwerk in der Region Trier steht wieder fester auf den Beinen“, sagt HWK-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwalbach. „Trotzdem bleibt die Handbremse angezogen: Hohe Kosten und anhaltende Unsicherheit halten viele Betriebe davon ab, durchzustarten. Das Handwerk braucht verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, damit aus der Stabilisierung wieder nachhaltiges Wachstum entstehen kann.“
In der Gesamtbetrachtung geht das Handwerk in der Region Trier zwar aus einer stabileren Position in den Herbst als noch vor einem Jahr. Der Blick nach vorn bleibt aber vorsichtig. Vor allem Kostenentwicklung, Nachfrage und Fachkräftesicherung werden darüber entscheiden, ob aus der Stabilisierung in den kommenden Monaten tatsächlich ein neuer Aufschwung wird.