Preisverleihung Große Bühne für das Genusshandwerk
Passender hätte der Rahmen kaum sein können: Erstmals wurde der Landesehrenpreis im Genusshandwerk in Trier verliehen, eingebettet in das Foodfestival Porta Locals vor der Porta Nigra und dem Brunnenhof. Hier rückte die Auszeichnung jene in den Mittelpunkt, die täglich mit handwerklichem Können für hochwertige Lebensmittel und echten Genuss sorgen. Die Idee, die Preisverleihung in das Festival einzubetten, erwies sich als Volltreffer. Wo sonst regionale Spezialitäten im Mittelpunkt stehen, trafen handwerkliche Spitzenleistung und genussfreudiges Publikum aufeinander. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zum Probieren, Entdecken und zum Austausch mit den Menschen hinter den Produkten.
Im Mittelpunkt der Ehrung standen 39 Preisträger aus Rheinland-Pfalz: 14 Betriebe stammen aus dem Kammerbezirk Trier, zehn aus dem Bezirk Koblenz, zehn aus der Pfalz und fünf aus Rheinhessen. Wirtschaftsminister Michael Ebling und HWK-Präsident Bernd Elsen überreichten Urkunden und Türschilder an Betriebe, die mit Qualität, handwerklichem Können, regionaler Verbundenheit und Innovationskraft überzeugen. „Um tagtäglich Spitzenqualität abzuliefern, braucht es Können und Leidenschaft. Und dem wiederum gebührt Anerkennung“, sagte Elsen. Ebling betonte, man könne „Heimat schmecken“, wenn Produkte von qualitätsorientierten Betrieben hergestellt würden. Das Handwerk sorge dafür, „dass der Laden läuft“, und verdiene öffentliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung.
Wie viel Herzblut im Lebensmittelhandwerk steckt, zeigte sich anschließend auf der Bühne und den Ständen der Innungen. Brotbotschafterin Katarina Barley, die rheinisch-westfälische Brotkönigin Tatjana Krechel und Brotsommelier Claus Becker warben für mehr Wertschätzung handwerklich hergestellter Lebensmittel. Barley erinnerte daran, wie viel Fachwissen, Zeit und Sorgfalt in einem guten Brot stecken. Krechel machte deutlich, welche Karrierewege das Bäckerhandwerk eröffnet. Für sie ist das Erfolgsrezept einfach: „Der Spaß am Beruf.“ Becker bekannte: „Brot ist ein so wertiges, tolles Lebensmittel.“
Direkt neben der Bühne wurde die Vielfalt des Lebensmittelhandwerks lebendig. Die Innungsorganisationen des Bäckerhandwerks präsentierten die deutsche Brotkultur vom Roggensauerteigbrot bis zum Vinschgauer. Die Fleischerinnung Trier-Saarburg lockte mit Verkostungen, Gewinnspiel und einem eigens entwickelten Rohesser „Genusshandwerker Special Edition 2026“. Bei einer der Verkostung wurde deutlich, wie viel individuelle Handschrift selbst in Produkten steckt, die nach demselben Rezept hergestellt werden. Auch die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks nutzte die Bühne, um für ihren Beruf zu werben. Nachwuchsgewinnung, Fachkräftemangel, steigende Kosten und Bürokratie zählen weiterhin zu den großen Herausforderungen des Lebensmittelhandwerks.
Gerade deshalb setzte die Veranstaltung ein wichtiges Zeichen. Sie zeigte, was hinter guten Lebensmitteln steckt: Können, Erfahrung und Leidenschaft. Die Trierer Erstauflage des Landesehrenpreises im Genusshandwerk war damit weit mehr als eine Preisverleihung. Sie wurde zu einem Schaufenster für die Leistungsfähigkeit des Lebensmittelhandwerks und zu einem Fest für alle, die gutes Handwerk zu schätzen wissen.
Fotos von der Veranstaltung (Bildergalerie): hier