Dank und Anerkennung für 20 Jahre Geschäftsführung: Dr. Matthias Schwalbach (l.), Nadine Knauff (r.) und Sabine von Renz gratulieren Christian Neuenfeldt.
Sommerfest Gemeinsam besser aufgestellt
Fachkräftemangel, Bürokratie, Digitalisierung und steigende Kosten beschäftigen viele Handwerksbetriebe. Lösungen dafür entstehen oft nicht am Schreibtisch, sondern im Austausch mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern. Diesen Austausch fördert das Forum Junges Handwerk Trier seit vielen Jahren. Mit rund 150 Mitgliedern aus nahezu allen Gewerken zählt es heute zu den etablierten Netzwerken in der Region.
Beim Sommerfest in Trier kamen mehr als 70 Mitglieder und Gäste zusammen, um Kontakte zu pflegen, neue Verbindungen zu knüpfen und gemeinsame Erfolge zu feiern. Zugleich bot die Veranstaltung Anlass, das 20-jährige Engagement von Geschäftsführer Christian Neuenfeldt für das Junghandwerk zu würdigen. Als Mitarbeiter der Handwerkskammer Trier ist Neuenfeldt seit vielen Jahren nah an den Themen der nächsten Unternehmergeneration. Dieses Gespür für die Anliegen junger Handwerkerinnen und Handwerker sowie seine Leidenschaft für das Vernetzen von Menschen haben die Entwicklung des Vereins maßgeblich geprägt.
„Damals hatte ich als Gründungsberater viel Kontakt zu jungen Handwerkern, die heute gestandene Unternehmer sind. Viele der damaligen Gründer sind bis heute im Junghandwerk aktiv“, sagt Neuenfeldt. „Der Zusammenhalt unter den Mitgliedern lässt sich mit drei Begriffen beschreiben: Kontakte, Kooperationen und Freundschaften.“ Während seiner Amtszeit wuchs die Mitgliederzahl auf das Dreifache. Zugleich kamen neue Veranstaltungsformate hinzu, und der Austausch zwischen den Gewerken wurde kontinuierlich ausgebaut. Ob Betriebsbesichtigungen, Stammtische, sportliche Aktivitäten, Jahresfahrten oder das traditionelle Oktoberfest: Das Netzwerk schafft regelmäßig Raum für Begegnungen und neue Impulse. Denn die besten Ideen entstehen oft dort, wo unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen. Und wie so oft im Handwerk gilt auch hier: Gute Lösungen zimmert man selten allein.
Die erste Mitgliederversammlung unter Geschäftsführer Neuenfeldt fand 2007 im Eurener Hof statt. Bis heute treffen sich die Mitglieder bewusst an wechselnden Orten in der Region, zuletzt im Restaurant Casa Verde in Trier-Ruwer. Der Wechsel passt zu einem Netzwerk, das vom Austausch lebt und immer wieder neue Verbindungen schafft. Neben vielen abwechslungsreichen Formaten und Veranstaltungsorten gibt es auch die eine oder andere Tradition, die bis heute Bestand hat. Mit einem Augenzwinkern erinnert Neuenfeldt an den regelmäßigen sportlichen Wettkampf mit der KJU Trier: „2013 haben wir den regelmäßigen sportlichen Wettkampf gegen die KJU Trier eingeführt. Bis heute ist das Junghandwerk ungeschlagen. Das darf gerne noch weitere 20 Jahre so bleiben.“
Heute ist das Junghandwerk weit mehr als ein Netzwerk. Hier treffen Dachdecker auf Elektriker, Friseurinnen auf Maurer, Bäcker auf SHK-Unternehmer. Es entstehen Kooperationen, Geschäftsempfehlungen und nicht selten Freundschaften. Gerade in Zeiten, in denen viele Betriebe vor ähnlichen Herausforderungen stehen, eröffnet der Blick über den eigenen Tellerrand oft neue Perspektiven. „Das Junghandwerk lebt von Menschen, die ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen“, betont die Vorsitzende Nadine Knauff, Friseurmeisterin und Inhaberin vom Salon Studio for Hair in Trier. „Viele schätzen den offenen Austausch und die Möglichkeit, unkompliziert auf das Wissen und die Erfahrungen anderer Unternehmer zurückzugreifen.“
Wie wertvoll dieser Austausch sein kann, berichten auch die Mitglieder selbst. „Das Spannende am Junghandwerk sind die Leute. Man lernt Unternehmer kennen, denen man im Alltag wahrscheinlich nie begegnen würde“, sagt Sabine von Renz, Geschäftsführerin der GHS GmbH & Co. KG in Trier. „Oft nimmt man aus Gesprächen oder Betriebsbesuchen genau die Idee mit, die man gerade für den eigenen Betrieb gebraucht hat.“ Fleischermeister Kai Leonhardt aus Trier bringt es so auf den Punkt: „Ob neue Ideen für den Betrieb oder für die eigene Handwerksuche: Es ist immer gut, jemanden anrufen zu können, auf den man bauen kann. Viele dieser gewinnbringenden Kontakte wären ohne das Junghandwerk nie entstanden.“ Neumitglied Tristan Kaisen, Planer und Projektleiter bei der Elektro Esser GmbH aus Trier, ist außerdem von der Willkommenskultur begeistert: „Mein Einstieg war wirklich herzlich. Der sympathische Austausch mit vielen neuen Gesprächspartnern bleibt mir sehr gut in Erinnerung.“
Auch Neuenfeldt sieht im Zusammenhalt die größte Stärke des Netzwerks. „Damals hatte ich als Gründungsberater viel Kontakt zu jungen Handwerkern, die heute gestandene Unternehmer sind. Viele der damaligen Gründer sind bis heute im Junghandwerk aktiv. Aus Kontakten wurden Kooperationen und aus Kooperationen oft Freundschaften. Und das macht das Junghandwerk seit 20 Jahren aus“, sagt Neuenfeldt. „Was mich nach 20 Jahren besonders freut: Viele Mitglieder sind dem Netzwerk über Jahre hinweg treu geblieben.“ Man unterstützt sich gegenseitig, tauscht Erfahrungen aus und hilft sich oft auch über das Berufliche hinaus. „Im Junghandwerk geht es nicht um das Sammeln von Visitenkarten, sondern um Austausch auf Augenhöhe. Wer dazustößt, gewinnt Ideen, Perspektiven und verlässliche Kontakte“, so Neuenfeldt. „Nach 20 Jahren gilt daher mehr denn je: Die Stärke des Netzwerks liegt nicht allein in seiner Größe, sondern in den Verbindungen, die daraus entstehen.“
Stammtisch am 11. September
Wer das Forum junges Handwerk Trier e. V. gerne kennenlernen möchte, ist am 11. September 2026 um 18 Uhr zum Stammtisch in die Sparkasse Trier in der Theodor-Heuss-Allee 1 eingeladen. Das Programm startet mit einem Sektempfang und Impulsvortrag. Anschließend gibt es eine Betriebsbesichtigung durch die neuen Räumlichkeiten der Sparkasse. Bei musikalischer Begleitung von Frank Rohles bietet der Abend Raum für persönliche Gespräche, Austausch und neue Kontakte. Für das leibliche Wohl sorgt die Sparkasse als Fördermitglied des Vereins. Interessierte können sich noch kurzfristig anmelden, E-Mail: junghandwerk@hwk-trier.de.