Praktikumscoach_noch kleiner
Handwerkskammer Trier

Leitfaden: Praktikanten für die Ausbildung gewinnen

HWK-Broschüre Praktikumscoach mit konkreten Tipps und Musterbeispielen

Handwerksbetriebe müssen sich heutzutage um den beruflichen Nachwuchs stärker denn je bemühen. Denn das Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ hat ausgedient. Ausbildungsbetriebe sollten umdenken und sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Das fängt schon im Praktikum an. Der erste Eindruck zählt! Hier gilt es, die Chance zu nutzen und Jugendliche für den Betrieb sowie die Arbeit zu begeistern. Wie das am besten funktioniert, beantwortet die HWK in einem Leitfaden. „Praktikumscoach – Wie binde ich Praktikanten an mein Unternehmen“ heißt das Praxiskonzept, das die Handwerkskammer für Nachwuchs suchende Betriebe entwickelt hat. In einer Pressekonferenz stellte die HWK das Konzept in der Woche der Berufsbildung vor. Der Termin war eingebettet in die „Woche der Berufsbildung“ und einen Besuch von Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing in der HWK.

In dem Leitfaden empfiehlt die HWK, im Betrieb einen „Coach“ zu ernennen, der sich um den Praktikanten kümmert. Neben sieben wichtigen Tipps für ein erfolgreiches Praktikum enthält der Ratgeber viele praktische Anleitungen, das Praktikum für beide Seiten erfolgreich zu gestalten. Konkret und praxisnah enthält die Broschüre etwa die Vorlage für einen wertschätzenden Musterbrief, den der Praktikant vor dem Beginn des Praktikums erhalten sollte, sowie das Muster einer Praktikumsbescheinigung. Zur Verfügung steht auch eine Liste mit Erwartungen des Betriebs an den Praktikanten. So kann der junge Mensch einschätzen, wie er sich verhalten soll. „Schaue immer, dass du Arbeit hast, und biete dich an“, lautet beispielsweise ein Ratschlag, „Sei nicht teilnahmslos, sondern frage viel“ ein anderer.

„Der Umgang aller Mitarbeiter mit dem Praktikanten ist entscheidend dafür, ob ein Betrieb in Zukunft noch Bewerbungen erhält und Ausbildungsstellen besetzen kann oder nicht“, sagt Kammerpräsident Rudi Müller. „Schließlich sind Jugendliche sind untereinander sehr gut vernetzt.“ Er gibt zu bedenken, dass der Praktikant, dem es im Praktikum nicht gefallen habe, „weil er nur gekehrt oder schlecht behandelt wurde“, davon in seiner Schulklasse berichte. „Folglich werden zumindest in deren Abgangsjahr keine Bewerbungen bei dem betreffenden Unternehmen eingehen. Diese Botschaft müssen alle Betriebe verinnerlichen und leben“, ist der Kammerpräsident überzeugt. Er betont aber auch, dass der Leitfaden nur ein Einstieg zu einem erfolgreichen Praktikum sei. „Man muss auch die Mitarbeiter mit ins Boot holen und sich kümmern!“. Das sei entscheidend. Minister Wissing lobte die Initiative „Praktikumscoach“ und den Ansatz, junge Menschen für den Betrieb und den Beruf zu begeistern. Mit dem Umsetzungskonzept habe die Kammer den mittelständischen Betrieben, die nicht viel Zeit zur Entwicklung eines solchen Ansatzes hätten, Arbeit abgenommen: „Ein großartiges Konzept und ein Beispiel, wie man mit wenig Geld viel erreichen kann. Kompakt, klar und deutlich!“

Die Schreinerei Norbert Brakonier in Gusterath hat mithilfe des „Praktikumscoaches“ schon zwei Stellen besetzen können. „Im Großen und Ganzen sind wir damit sehr glücklich“, sagte Schreinermeister Michael Bender in der Pressekonferenz. Seine Auszubildende Susann Westhoff, die nach dem Abbruch ihres Studiums ein zweiwöchiges Praktikum gemacht hatte, kam dort bereits in den Genuss des „Praktikumscoaches“. „Vorab habe ich per E-Mail eine wertschätzende Bestätigung des Termins mit Angaben zum Ablauf bekommen. Das hat auf mich einen professionellen Eindruck gemacht“, sagte die 24-Järhige. „Im Praktikum wurde ich sehr gut aufgenommen und in die Arbeitsabläufe integriert.“ Selbstverständlich sei das nicht: „Das habe ich schon ganz anders erlebt. Da kam ich am Montagmorgen in einen Betrieb und alle waren ratlos, nach dem Motto: Da ist eine Praktikantin – und was jetzt?



Der Leitfaden „Praktikumscoach – Wie binde ich Praktikanten an mein Unternehmen“ ist im Internet erhältlich: www.hwk-trier.de/artikel/praktikumscoach-54,0,693.html

Müller, Rudolf

Rudolf Müller

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