Daniel Gerl (Mitte) und Mario Cilllien (r.) vom Ausbildungsbetrieb freuen sich über die von Kammerpräsident Rudi Müller (l.) überreichten Auszeichnungen.
Karl-Heinz Schwall
Daniel Gerl (Mitte) und Mario Cilllien (r.) vom Ausbildungsbetrieb freuen sich über die von Kammerpräsident Rudi Müller (l.) überreichten Auszeichnungen.

"Lehrling des Monats" Daniel Gerl: Nach 300 Bewerbungen endlich die passende Lehrstelle

Profi rund um das Thema Wurst und Fleisch

Als Daniel Gerl im vergangenen Jahr um Haaresbreite am Fachabitur vorbeischrammte, hatte er keine Lust mehr auf Schule. Er wollte endlich auf eigenen Füßen stehen, Geld verdienen, beruflich etwas in der Hand haben. Also ging er vom Gymnasium ab und suchte eine Lehrstelle. „Mir schwebte eine kaufmännische Ausbildung vor, zum Beispiel im Büromanagement oder als Rechtsanwaltsfachangesteller“, erzählt der junge Mann aus Trier. 

Daniel verschickte rund 300 Bewerbungen, auch weit über die Region hinaus. Die ernüchternde Bilanz: „In vier Unternehmen durfte ich zur Probe arbeiten. Dabei habe ich gemerkt, dass Büroarbeit nichts für mich ist“, sagt der 20-Jährige, „abends habe ich nur noch Zahlen und Buchstaben gesehen.“

 Das Blatt wendete sich mit einer Bewerbung bei WASGAU am Standort Trier-Petrisberg. Dort war eine Lehrstelle zum/zur Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei zu vergeben. „Von diesem Beruf hatte ich  einen blassen Schimmer“, räumt Daniel ein. „Beim Arbeiten auf Probe in der Metzgerei des WASGAU Frischemarkts habe ich mich aber schnell damit angefreundet. Nach vier Tagen bekam ich die Zusage für die Lehrstelle.

 Die Berufsinhalte und Aufstiegsmöglichkeiten haben mich überzeugt“, sagt der Lehrling, der gerne kocht und bereits bei Jobs in einer Krankenhausküche mitgeholfen hatte, Speisen zuzubereiten. Die Arbeit liegt ihm. Er hat Freude daran, Fleisch und Wurstwaren zu verkaufen, Produkte appetitlich zu präsentieren und neue Produkte zu kreieren. Kunden zu beraten, gehört zu seinen Lieblingsaufgaben – ob zur Herkunft der Waren, zu Diät- und Kalorienfragen, zu Inhaltsstoffen oder Haltbarkeit. Daniel ist im 3. Lehrjahr und schon jetzt ein Profi rund um das Thema Wurst und Fleisch.

 Abgesehen davon, dass das Tragen von Handschuhen bei der Arbeit Pflicht ist: Den Umgang mit rohem Fleisch findet Daniel nicht abschreckend. Im Gegenteil – er steht auf das Produkt: „Ich bin ein typischer Fleischesser. Am liebsten habe ich ein ordentliches Rumpsteak auf dem Teller!“ Und privat profitiert der Fleisch-Fan ebenfalls von seinem Know-how. Letztes Jahr freuten seine Eltern sich zu Weihnachten über die Gans, die er für das Festessen zubereitete. Was er diesmal brutzeln wird, weiß Daniel noch nicht. Nur so viel: „Es kommt sicher nichts rein Vegetarisches auf den Tisch.“

 Dass die Ausbildung genau das Richtige für ihn ist, zeigen auch seine Leistungen in der Berufsschule. „Auf dem Zeugnis rappelte es Einser. Und im Betrieb läuft auch alles“, sagt der angehende Fachverkäufer. Auch sein Chef, Mario Cillien, ist rundum zufrieden: „Daniel ist ein überragender Mitarbeiter. Er ist sehr engagiert und erfüllt sämtliche Erwartungen.“

 Weil Daniel die Mittlere Reife besitzt, kann er seine Ausbildung um sechs Monate verkürzen. Darüber hinaus wird er wegen seiner guten Leistungen auf Antrag ein halbes Jahr früher zur Prüfung zugelassen, sodass Daniels Lehrzeit sich infolge dieser Verkürzungen dann auf zwei statt der üblichen drei Jahre belaufen wird. Auch die HWK würdigt das Engagement des Auszubildenden und zeichnete Daniel Gerl jetzt zum „Lehrling des Monats“ aus.



Günther Behr

Berufsbildungsreferent

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