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AuszeichnungLandfleischerei Schmitz in Berlin ausgezeichnet

Große Anerkennung für ein Familienunternehmen aus der Eifel: Die Landfleischerei Schmitz ist beim bundesweiten Wettbewerb „Frau – Handwerk – Nachfolge 2026“ in Berlin ausgezeichnet worden. Julia und Lena Schmitz nahmen die Ehrung im Rahmen des Praxisforums „Handwerk: Mehr Chefinnen gewinnen“ in der Landesvertretung Brandenburg entgegen. 

Die Schwestern vertraten die Landfleischerei Schmitz in Bitburg und Landscheid, die sie seit 2022 gemeinsam mit ihrer Mutter Sabine Schmitz als Frauenteam führen. Nach dem plötzlichen Tod des Betriebsinhabers Guido Schmitz und den Folgen der Flutkatastrophe kam Aufgeben für sie nie infrage. Stattdessen entwickelten die drei Frauen klare Strategien, stellten Abläufe neu auf und richteten den Betrieb konsequent auf Qualität, Regionalität und Zukunftsfähigkeit aus. Dieser Weg überzeugte auch die Jury: Ausgezeichnet wurde das Unternehmen für sein Engagement, die gelebte Unternehmensnachfolge und seine Vorbildfunktion für Frauen im Handwerk. 

Im Mittelpunkt des Wettbewerbs standen erfolgreiche Praxisbeispiele, die zeigen, wie mehr Frauen für Führungsaufgaben und Betriebsübernahmen im Handwerk gewonnen werden können. Themen wie Nachfolge im ländlichen Raum, Nachhaltigkeit, neue Arbeitsmodelle und starke weibliche Rollenbilder spielten dabei eine zentrale Rolle – Aspekte, die die Landfleischerei Schmitz im Betriebsalltag beispielhaft umsetzt. Heute liegt das Unternehmen vollständig in weiblicher Hand: Fleischereifachverkäuferin Sabine Schmitz, Fleischermeisterin Julia und Köchin Lena führen den Betrieb – unterstützt von einem ausschließlich weiblichen Team aus der eigenen Familie.

Das Eifeler Familienunternehmen steht für konsequente Regionalität und Transparenz: Fleisch- und Wurstwaren stammen zu 100 Prozent aus eigener Herstellung, die Tiere von Höfen aus der Region. Gleichzeitig setzt der Betrieb auf moderne Ideen, etwa mit einem hybriden Einkaufskonzept, das Kundinnen und Kunden auch außerhalb klassischer Öffnungszeiten versorgt, sowie auf nachhaltige Verpackungslösungen.

Bei der Preisverleihung gaben die Schmitz-Schwestern mit Fotos aus ihrem Alltag und offenen Worten Einblicke in ihren Weg ins Handwerk, ihre Motivation und ihre Verantwortung als Unternehmerinnen. „Die Auszeichnung inspiriert uns. Es macht uns stolz, dass unser Weg gesehen wird und wir für andere Betrieben ein Vorbild sein können“, sagt Lena Schmitz. Die Dreißigjährige empfiehlt, mutig zu sein. Nicht nur, was die Gründung oder Übernahme eines Betriebs angeht: „Wer für etwas brennt, sollte diesem Weg folgen, unabhängig von Geschlecht oder Alter und im Vertrauen auf die eigenen Stärken.“ Fleischermeisterin Julia Schmitz sieht das genauso: „Was im Handwerk zählt, ist die Leidenschaft, und nicht das Geschlecht. Getreu dem Motto ‚Den Mutigen gehört die Welt‘.“ 

Dass ihr Ansatz trägt, zeigt sich auch an weiteren Erfolgen: So wurde die Landfleischerei 2023 mit dem Gründerinnenpreis Rheinland-Pfalz in der Kategorie Unternehmensnachfolge ausgezeichnet. Darüber hinaus stand der Betrieb 2025 im Finale des Großen Preises des Mittelstandes. „Diese bemerkenswerte Serie an Auszeichnungen für einen vergleichsweise kleinen Handwerksbetrieb ist ein starkes Signal für Qualität, Innovationskraft und unternehmerischen Mut“, sagt Dr. Matthias Schwalbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer Trier. „Das zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial im Handwerk steckt und dass regionale Betriebe auch überregional Maßstäbe setzen können.“ Frauen übernehmen im Handwerk immer häufiger Verantwortung und prägen die Zukunft der Branche aktiv mit, so Schwalbach: „Sie bringen frische Ideen ins Handwerk und treiben Entwicklungen voran. Deshalb ist es wichtig, ihre Leistungen im Betrieb, in der Branche und in der Öffentlichkeit stärker sichtbar zu machen.“