BiBB Marco Rothbrust

KonjunkturumfrageKonjunktur im Handwerk der Region Trier leicht eingetrübt

Die wirtschaftliche Lage im Handwerk der Region Trier hat sich im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht abgeschwächt. Das zeigt die aktuelle Konjunkturanalyse der Handwerkskammer Trier. Im Vergleich zu den anderen Kammerbezirken in Rheinland-Pfalz bewegt sich Trier dabei weiterhin auf einem ähnlichen Niveau.

So bewerteten im März 2026 noch 76,5 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im landesweiten Durchschnitt liegt dieser Wert bei rund 77 Prozent und damit nahezu gleichauf. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate zeigen ein ähnliches Bild: Während in Trier 80,9 Prozent der Betriebe von einer stabilen oder besseren Entwicklung ausgehen, sind es landesweit rund 83 Prozent.

Wie im gesamten Bundesland ist auch im Kammerbezirk Trier eine insgesamt gedämpfte konjunkturelle Dynamik zu beobachten. Auftragseingang und Umsatzentwicklung entwickeln sich vielerorts rückläufig, die Auslastung geht leicht zurück und die Erwartungen bleiben verhalten. So liegt die Auslastung von über 70 Prozent in Trier mit 62,0 Prozent nur leicht unter dem Landeswert von rund 63 Prozent. Auch die durchschnittliche Auftragsreichweite bewegt sich mit 11,3 Wochen weiterhin auf einem ähnlichen Niveau wie im übrigen Rheinland-Pfalz.

Besonders deutlich spiegelt sich die aktuelle Entwicklung in den Investitionen wider, wo derzeit eine spürbare Zurückhaltung zu beobachten ist. Landesweit berichten rund 40 Prozent der Betriebe von einem Rückgang. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kammerbezirk Trier. Dort gehen 41,8 Prozent der Unternehmen von einer sinkenden Investitionstätigkeit aus.

Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den einzelnen Gewerbegruppen. Im Bauhauptgewerbe hat sich die Stimmung besonders deutlich eingetrübt, was auch dem landesweiten Trend entspricht. Rückläufige Auftragsbestände und eine sinkende Investitionsneigung prägen das Bild. Auch im Ausbaugewerbe zeigt sich eine breit angelegte, wenn auch weniger ausgeprägte Abschwächung.

Demgegenüber erweisen sich die Handwerke für den gewerblichen Bedarf vergleichsweise stabil, während landesweit eine rückläufige Entwicklung der Geschäftslage zu beobachten ist. Im Kraftfahrzeuggewerbe zeigt sich sowohl regional als auch landesweit eine stabile Grundstimmung, jedoch mit schwächerer Umsatzentwicklung.

Ein gemischtes Bild ergibt sich im Lebensmittel- und Gesundheitsgewerbe. Während sich im Lebensmittelhandwerk die Geschäftslage teilweise verbessert, bleibt die Umsatzentwicklung angespannt. Im Gesundheitsgewerbe wird die aktuelle Lage weiterhin positiv bewertet, zugleich zeigen sich auch hier vorsichtigere Erwartungen für die kommenden Monate. In den personenbezogenen Dienstleistungen bleibt die Lage insgesamt stabil, mit einem vergleichsweise optimistischen Ausblick.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Handwerk in der Region Trier im Gleichklang mit der landesweiten Entwicklung bewegt. Die insgesamt gedämpfte Konjunktur ist kein regionales Phänomen, sondern spiegelt die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider. Umso wichtiger sind verlässliche Perspektiven, damit insbesondere Investitionen wieder an Dynamik gewinnen“, erklärt HWK-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwalbach. “Insgesamt bleibt das Handwerk im Kammerbezirk Trier ein stabiler Pfeiler der regionalen Wirtschaft und behauptet sich im Vergleich zu den anderen Branchen wie Industrie und Handwerk auf einem soliden Niveau – auch wenn die aktuelle Lage verhaltener ausfällt. Insbesondere die rückläufige Investitionsbereitschaft ist ein Signal, das wir ernst nehmen müssen. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten brauchen unsere Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen, damit notwendige Zukunftsinvestitionen nicht weiter aufgeschoben werden.“

Insgesamt bleibt das Handwerk im Kammerbezirk Trier ein stabiler Pfeiler der regionalen Wirtschaft, startet jedoch verhaltener ins das Jahr als 2025. Ein wesentlicher Grund dafür ist auch die Golfkrise mit den sprunghaft gestiegenen Energiepreisen.