Nachqualifizierung in der Region Trier

Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung nachqualifizieren und zum Berufsabschluss führen um damit den Fachkräftebedarf im Betrieb nachhaltig zu decken – das ist das Ziel des Projektes „Nachqualifizierung in der Region Trier“ der Handwerkskammer Trier.

Die Qualifizierungsberaterin Heide Röhlich ist zuständig für das vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie geförderte Projekt.

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz



Sie wird Betriebe unterstützen und beraten, die einen potenziellen Teilnehmer beschäftigen und diesem zu einem Berufsabschluss verhelfen möchten. Der Vorteil liegt für den Betrieb klar auf der Hand: Der Betrieb präsentiert sich als attraktiver Arbeitgeber und sichert gleichzeitig seinen Fachkräftebedarf. Aber auch an- und ungelernte Erwachsene über 25 Jahre werden unterstützt, um sie zu einem Berufsabschluss zu führen. Teilnahmevoraussetzung für diese in der Region einzigartige Maßnahme ist, dass sich entweder der Wohnort oder der Firmensitz im Kammerbezirk der Handwerkskammer Trier befinden muss.

Die Nachqualifizierung wurde als eines der vorrangigen Ziele der Landesstrategie zur Fachkräftesicherung festgelegt, die von den Handwerkskammern mit der Landesregierung und weiteren Akteuren vereinbart wurde.

Jeder Fall wird individuell geprüft und gemeinsam mit den Projektpartnern suchen wir nach der jeweils optimalen Lösung für den Interessenten. Im Erwachsenenalter bietet sich eine Nachqualifizierung aufgrund familiärer und anderer Verpflichtungen oft eher an als eine Erstausbildung mit tariflicher Vergütung.

Wird eine Umschulung als passgenaue Nachqualifizierungsmaßnahme identifiziert, so absolviert der Arbeitnehmer eine um ein Drittel gekürzte Ausbildung, die je nach Ausbildungsberuf 16 bis 28 Monate dauert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Förderung, so dass eine Umschulung keine finanzielle Belastung für den Teilnehmer oder den Betrieb darstellt.

Die Maßnahme hat den Status einer Weiterbildung für Erwachsene mit allen förderrechtlichen Aspekten und endet nach bestandener Abschlussprüfung mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss. Die Teilnehmer besuchen während der Umschulung sowohl die berufsbildende Schule als auch die überbetriebliche Ausbildung; sie kombiniert also wie die duale Erstausbildung die betriebliche Praxis mit schulischer Ausbildung. Die Umschulung beginnt in der Regel im zweiten Lehrjahr und berücksichtigt somit bereits vorhandene Kenntnisse und Fertigkeiten, die sich der Beschäftigte in seinem bisherigen Berufsleben aneignen konnte.

Ein weiterer Weg, um mit Hilfe der NQ der Region Trier zu einem Berufsabschluss zu gelangen, ist die Teilnahme an einer Gesellenprüfung im Erwachsenenalter, der sogenannten Externenprüfung. Diese Möglichkeit eröffnet sich jedem, der die 1,5-fache Zeit der Regel-Ausbildungsdauer als Berufspraxis nachweisen kann. Es wird geprüft, welche Kenntnisse tatsächlich vorhanden sind und wo noch Qualifizierungsbedarf besteht um die Abschlussprüfung erfolgreich absolvieren zu können. Wo manchmal weiterführende Literaturempfehlungen reichen, ist in anderen Fällen die Teilnahme an zertifizierten Vorbereitungskursen auf die Prüfung erforderlich. Diese Kompetenzfeststellung ist sehr individuell und mündet in einen ausgereiften Qualifizierungsplan, um den erfolgreichen Abschluss in greifbare Nähe zu rücken.

Die größte Herausforderung bei der Teilnahme an einer Externenprüfung liegt sicherlich in der Eigeninitiative und der Organisationsfähigkeit, die nötig ist, um sich neben der Berufstätigkeit noch auf die Abschlussprüfung vorzubereiten. Doch egal auf welchem Weg - ob Umschulung oder Externenprüfung: Eine abschlussorientierte berufliche Qualifizierung lohnt sich für jeden, denn eine bestandene Gesellenprüfung erhöht die Beschäftigungschancen und eröffnet vielfältige berufliche Aufstiegsperspektiven.