Azubitag
Karl-Heinz Schwall/Handwerkskammer Trier

Minister begrüßt Lehrlinge in Kenn - "Handwerk bietet unglaubliche Chancen"

Zum Abschluss der landesweiten „Woche der Berufsbildung“ besuchte der Minister den Bauhof der Handwerkskammer. „Das Handwerk ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft“, betonte er vor rund 90 Auszubildenden und deren Eltern. Er unterstrich, dass berufliche und akademische Bildung gleichwertig seien. „Ohne Handwerk wären wir schlichtweg aufgeschmissen! Wenn alle studieren wollen – wer baut dann die Unis?" Eine Ausbildung im Handwerk biete jungen Menschen „unglaubliche Chancen“, sagte der Minister in seiner Ansprache.
Das zeigte auch die Talkrunde mit erfolgreichen Nachwuchstalenten. Einige davon hatten es im jährlich ausgetragenen Leistungswettbewerb bis zum Bundessieger geschafft. „Bringt gute Leistungen und macht was draus“, gab Straßenbauer Lukas Schmitz den neuen Lehrlingen mit auf den Weg. Er wurde 2018 zweiter Bundessieger und macht nun mithilfe eines Weiterbildungsstipendiums über 7.200 Euro seinen Meister. „Und wenn mal was nicht so läuft“, sagte Albert Lehnert, Maurerlehrling im zweiten Ausbildungsjahr, „muss man halt die Zähne zusammenbeißen und üben.“ Sportlich nimmt auch Lukas die Herausforderungen auf dem Bau: „Man darf nicht aus Zucker sein und sich bei drei Regentropfen gleich unters Dach retten.“
„Taff“ präsentierte sich auch Elektronikerin Annika Goebel, die 2017 HWK-Lehrling des Monats wurde und als Landessiegerin im Leistungswettbewerb so manchen Konkurrenten ausgestochen hatte. Annika wechselte nach der 10. Klasse eines Mädchengymnasiums ins Handwerk über. Mittlerweile steckt sie in der Meisterausbildung. Die einzige Handwerkerin auf dem Podium gab sich selbstbewusst und motivierend. Ihre Botschaft: „Geht Euren Weg, zeigt Ellenbogen und tut, was Ihr für richtig haltet!“ Genau das dachte sich auch Unternehmersohn Moritz Jost, als er sich für eine Ausbildung zum Maurer entschied – weitab von den Vorstellungen seiner Eltern. Deshalb hätten sie ihren Sohn „zur Abschreckung mit auf die Baustelle genommen“, wie Moritz in der Runde berichtete. Doch der Plan sein nicht aufgegangen, im Gegenteil: „Auf dem Bau fühle ich mich richtig wohl.“

„Wahnsinn, was die alles draufhaben!“, kommentierte Moritz die Arbeiten, mit denen sich das Nationalteam Deutsches Baugewerbe noch im August in Kenn auf die Berufsweltmeisterschaft in Russland „Worldskills 2019“ vorbereitet hatte. Um den Nachwuchs zu motivieren, bleiben die von der jungen Weltelite hergestellten Übungsgewerke noch eine Weile im „Trainingslager Kenn“ stehen. Schließlich sind zwei der WM-Teilnehmer, Zimmerer Alexander Bruns und Fliesenleger Janis Gentner, sind als Weltmeister aus Kasan zurückgekehrt. Aber auch die Arbeitsergebnisse der neuen Azubis können sich sehenlassen. Davon konnten sich die Gäste auf einem Rundgang durch den Bauhof überzeugen. Sogar die Halle, in der neben dem Minister auch HWK-Chef Bettendorf und Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller die Azubis willkommen hießen, hatten die neuen Straßenbauerlehrlinge gepflastert.

Dr. Carl-Ludwig Centner

Dr. Carl-Ludwig Centner

Geschäftsführer HWK und BQH / Abteilungsleiter Ausbildung

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