Kammerpräsident Rudi Müller, Ausbilder Christoph Schmidt, Victor Gaberkorn, Prokurist Jörg Hausmann, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Michael Schlegelmilch, Betriebsleiter Jörg Hinz (v. l.)
Karl-Heinz Schwall / HWK Trier
Kammerpräsident Rudi Müller, Ausbilder Christoph Schmidt, Victor Gaberkorn, Prokurist Jörg Hausmann, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Michael Schlegelmilch, Betriebsleiter Jörg Hinz (v. l.)

Metallbauer Victor Gaberkorn ist Lehrling des Monats

Sehr gute Leistungen, hohe Motivation, gegenseitige Zufriedenheit: Die Handwerkskammer hat Victor Gaberkorn zum Lehrling des Monats ausgezeichnet. Gewürdigt hat sie auch dessen Ausbildungsbetrieb alwitra in Trier. Kammerpräsident Rudi Müller hat die Urkunden gestern im Unternehmen überreicht.  

Schon zwei Wochen nach Beginn seiner Ausbildung zum Bürokaufmann war Victor Gaberkorn klar, dass ein Bürojob nichts für ihn ist. „Immer nur sitzen, das fand ich einfach zu monoton“, sagt er. Als er seinen Eltern davon erzählte, hatte sein Vater die zündende Idee. Bei dessen Arbeitgeber, der Firma alwitra in Trier, war ein Ausbildungsplatz zum Metallbauer frei. Eine Chance für Victor, der Wartezeiten vermeiden und nach der frisch abgebrochenen Ausbildung gerne noch ins laufende Lehrjahr einsteigen wollte.

Außer dass Victors Vater als Schlosser arbeitet, hatte der 23-Jährige zuvor kaum Berührungspunkte zum Handwerk. Weder in Kasachstan, wo er geboren und bis zum vierten Lebensjahr aufwuchs, noch seit der Übersiedelung nach Deutschland im Jahr 2000. Mit seinen Eltern und seiner Schwester lebt er seitdem in Osburg. „Nach dem Führerschein habe ich angefangen, mich ein bisschen für Autos zu interessieren. Das war’s dann aber auch schon“, sagt Victor. 

Als er von der noch unbesetzten Lehrstelle zum Metallbauer gehört habe, sei er kurzerhand ins kalte Wasser gesprungen: „Ich habe mir gedacht, warum eigentlich nicht? Obwohl ich keine besonderen Erfahrungen im Handwerk oder ein entsprechendes Praktikum gemacht hatte, habe ich mich beworben – mit Erfolg. Meine Entscheidung habe ich nie bereut – ganz im Gegenteil“, erzählt der junge Mann. „Hätte ich das geahnt, wäre ich schon direkt nach dem Fachabi ins Handwerk gegangen.“

Im Handwerk angekommen, blüht Victor auf. Inzwischen ist er im zweiten Lehrjahr. Sein Ausbilder Christoph Schmidt ist mit ihm hochzufrieden: „Victor erfüllt die Erwartungen, die man an einen Azubi stellt. Das mag für viele selbstverständlich klingen, ist es aber – zumindest aus meiner Sicht – in der heutigen Zeit nicht. Er erledigt seine Aufgaben äußerst zuverlässig, präzise und pünktlich. Immer!“ So erweist sich Victor, alwitras erster Metallbauerlehrling überhaupt, als echter Glücksgriff: „Seine Motivation, sein Verhalten und seine schulischen Leistungen mit der Durchschnittsnote 1,0 lassen keine Wünsche offen“, lobt Schmidt. „So macht die Ausbildung nicht nur dem Lehrling, sondern auch dem Ausbilder Spaß.“ 

Wer nach dreieinhalb Jahren eine Ausbildung zum Metallbauer abgeschlossen hat, kann Konstruktionen aus Metall zu Brücken, Treppen, Fahrzeugen, Toren, Fenstern und ähnlichem planen und fertigen. Im zweiten Lehrjahr ist noch vorwiegend Know-how erwerben und Üben angesagt. Was Victor aber jetzt schon am Beruf gefällt, ist das sehr genaue Arbeiten, das Drehen, Fräsen und Feilen: „Es macht mich zufrieden, wenn ich alle Bauteile eines Übungsstückes präzise gefertigt habe, so dass am Ende alles perfekt zusammenpasst und funktioniert.“  

Das Modell eines Druckluftmotors, das er gebaut hat, hat sein Arbeitgeber im Betrieb als Anschauungsobjekt ausgestellt, so gut ist es geworden. „Das war eine komplexe Aufgabe. Schwer, aber interessant. Etwa drei bis vier Wochen habe ich insgesamt daran gearbeitet. Je mehr Mühe ich mir gegeben habe, umso besser hat es geklappt.“ Geduld und Ausdauer gehören zu Victors Stärken. Die kann er auch beim Boxen in seinem Verein in Osburg gut einsetzen. Aber auch abschalten kann der angehende Metallbauer gut, etwa beim Lesen nach Feierabend.  

Victor geht gerne zur Arbeit. Vater und Sohn fahren morgens gemeinsam zu alwitra, einem Anbieter kompletter Flachdachsysteme. Manchmal treffen sie als Kollegen in der Schlosserei aufeinander. „Im selben Betrieb wie mein Vater zu arbeiten, ist kein Problem. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander“, sagt Victor. Für seine Zukunft hat der ehrgeizige Lehrling schon den Plan in der Tasche: „Erstmal will ich eine gute Gesellenprüfung machen, dann meinen Meister und vielleicht auch noch den Techniker.“

Dr. Carl-Ludwig Centner

Dr. Carl-Ludwig Centner

Geschäftsführer HWK und BQH / Abteilungsleiter Ausbildung

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