HWK Constanze Knaack-Schweigstill

Land will duale Ausbildung stärken

Staatssekretärin Daniela Schmitt besuchte vorbildliche Betriebe in Trier-Süd

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Berufe im Handwerk sind vielfältig, attraktiv und erstrebenswert. Das ist die Botschaft, die es nach außen zu tragen gilt – von den Betrieben, der Handwerkskammer (HWK) und der Politik. Vor diesem Hintergrund besuchte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt im Rahmen des Projekts „Handwerk attraktiv“ mit Vertretern der HWK vier herausragende Unternehmen in Trier-Süd. Die Betriebe mit ganz unterschiedlichem Profil eint eines: Sie stehen exemplarisch für die Unternehmen im Handwerk, die hochwertige Produkte anbieten, Fachkräfte ausbilden und beschäftigen. Mit solchen Betriebsbesuchen will die Staatssekretärin auf die vielfältigen Berufsmöglichkeiten, die das Handwerk in Rheinland-Pfalz bietet, aufmerksam machen.

Jos Ruschel, Betriebsinhaber von Optik Ruschel, arbeitet mit innovativer Technik. Seine Brillen stellt er in der offenen Werkstatt mit CNC-gesteuerten Schleifmaschinen her. „Das entspricht meinem Konzept von Transparenz und Kundennähe“, sagt Ruschel. Der Augenoptikermeister legt Wert auf eine ausgiebige und fachkundige Beratung sowie ein vielfältiges Sortiment: ausgefallene Brillen, Sonnenbrillen, Designerbrillen, Kontaktlinsen und eine große Auswahl an Sportbrillen, eine eigene Kinderbrillenabteilung. Bei der Augenglasbestimmung und Kontaktlinsenanpassung setzt der Betrieb die neuesten Geräte ein. Mit seinem Leistungsangebot und der trendigen Ladeneinrichtung zeigt Ruschel den Kunden zugleich, dass Handwerk ein spannendes und modernes Berufsfeld ist.

Auch in den Werkstätten für Glasgestaltung Binsfeld in Trier zeigte sich die Staatssekretärin beeindruckt. Das Unternehmen betreibt ein überregional bedeutendes Studio für Design, Fertigung und Restaurierung von Glasmalerei und Glaskunst. Derzeit bildet es zwei Glaserlehrling aus. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb geehrt. Mit der mehr als 125-jährigen Tradition verbindet Binsfeld traditionelle Handwerkskunst mit moderner Technik. „Die meisten Aufträge erhält das Unternehmen immer noch von Seiten der Kirche. Aber auch die öffentliche Hand ist als Auftraggeber zunehmend interessant“, erklärte Geschäftsführer Hermann-Josef Dornoff den Besuchern aus Mainz, „etwa in Sachen Kunst am Bau, zum Beispiel für Kitas.“

Gut aufgestellt ist auch Elektro Kröschel in der Matthiasstraße. Inhaber Julian Kröschel bildet Elektroniker in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik aus. Auch dieses Unternehmen wurde bereits als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. An die Politik hat der junge Firmenchef nur ein einziges und zugleich großes Anliegen: Sie möge die Betriebe dabei unterstützen, den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Seinen eigenen Auszubildenden für das kommende Jahr hat Kröschel sich aber schon gesichert: „Nach dessen Praktikum haben wir direkt Nägel mit Köpfen gemacht“, so der Elektrotechnikermeister. 

Nebenan produziert Klaus Unterrainer in seiner Kunstschmiede für Kirchen, öffentliche Auftraggeber und Privatkunden. Hergestellt wird nach vorgegebenen und eigenen Entwürfen, in moderner Ausführung und im Stil einzelner Epochen, nach traditionellen wie auch modernen Techniken. Unterrainer ist Vorsitzender des Abschlussprüfungsausschusses der Metallbearbeiter. Auf seine Initiative hin wurde seinerzeit ein ÜLU-Lehrgang für den Ausbildungsberuf „Fachpraktiker für Metallbau“, ehemals „Metallbearbeiter“ genannt, eingerichtet. Einen Nachfolger hat der Betriebsinhaber, der momentan drei Lehrlinge in unterschiedlichen Ausbildungsjahren beschäftigt, bislang noch nicht gefunden. Auch diese Frage nimmt die Staatssekretärin mit nach Mainz: Welche Anreize können dazu beitragen, in den nächsten Jahren für zahlreiche Handwerksbetriebe in Rheinland-Pfalz einen geeigneten Nachfolger zu finden – und so die tragende Säule der Wirtschaft nachhaltig zu unterstützen?

Dr. Matthias Schwalbach

Dr. Matthias Schwalbach

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