Bild Besuch Frau Schmitt
HWK: Constanze Knaack-Schweigstill

Karrierestart im Handwerk: Staatssekretärin Schmitt lobt duale Ausbildung

Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt findet die duale Ausbildung "ein hervorragendes Fundament für den Start in das Berufsleben.“ Das sagte sie kürzlich bei ihrem Besuch der HWK. Im Zahntechnikerzentrum und in der Elektrowerkstatt informierte sie sich über die Ausbildung in Technikberufen und den digitalen Fortschritt innerhalb der Ausbildung. So machte sie sich in den Lehrwerkstätten ein Bild davon, wie Auszubildende in der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) die Themen „Smart Home“ und „CAD“ vermittelt bekommen. Anlass war die landesweite Woche der Berufsbildung. 

Vor dem Start in das Berufsleben steht die Berufsorientierung. Damit junge Menschen sich für eine Ausbildung entscheiden und eine der über 400 gemeldeten Lehrstellen im regionalen Handwerk anstreben, arbeitet die Kammer unter anderem eng mit Trierer Schulen zusammen. Dabei geht die Kammer nun auch verstärkt auf Abiturienten zu, gleichermaßen auf Jungen und Mädchen. Ein gelungenes Beispiel für die Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler an Gymnasien ist die Kooperation mit dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG). In diesem Jahr konnten sich erstmals FWG-Schülerinnen und Schüler während eines Praktikums in den Lehrwerkstätten der Handwerkskammer beruflich orientieren. 

„Dieses Angebot hat mich angesprochen, sodass ich mich dann dafür entscheiden habe“, berichtete Schülerin Pauline Annen vom FWG der Staatssekretärin. Auf diese Weise konnte die Zehntklässlerin im Februar 2018 fünf verschiedene Handwerksbereiche kennenlernen. In der Metallwerkstatt hatte sie beispielsweise einen Stiftehalter hergestellt und ihn stolz mit nach Hause genommen. „Eine tolle Chance, um in geballter Zeit ins Handwerk hinein zu schnuppern“, kommentierte die Politikerin das Angebot. Ganz im Zeichen der Technik stand auch die Stippvisite im ÜLU-Lehrgang „Zahn 4“. Dabei ging es um das Modellieren von Kronen unter Anwendung von CAD-Programmen und CAM-Fertigung. Auch Teilnehmer eines ÜLU-Elektrokurses zum Thema „Smart-Home“ durften der Staatssekretärin Schmitt Einblicke in einen spannenden Ausschnitt ihrer Ausbildung geben. 

Beim nächsten Erfolgsbeispiel der Zusammenarbeit mit Schulen stellte die Wirtschaftsstaatssekretärin erfreut fest: „Das Handwerk ist auch weiblich!“ Julia Pahlings, Schülerin der Stufe 12 am Balthasar-Neumann-Technikum (BNT), berichtete der Staatsministerin selbstsicher und engagiert über ihre Erfahrungen im tagtäglichen Umgang mit Technik am BNT. Zudem war sie bei “Jugend forscht” an einem Projekt zur Unterstützung körperbehinderter Menschen durch Roboter beteiligt. Auch am Innovationswettbewerb in der Staatskanzlei in Mainz hat die Oberstufenschülerin schon teilgenommen. 

Die vielfältigen Projekte und Lernfelder am BNT Dipl.-Ing. stellte Reiner Ludwig, Lehrer für Elektrotechnik und Robotik, vor. Er zeigte ein BNT-Imagevideo, das dessen Schülerinnen und Schüler gedreht haben. Es spiegelt berufsbezogene Lerninhalte aus den Bereichen Bau, Elektro- und Metalltechnik wider. 

„Wir sind in vielen Bereichen und Netzwerken unterwegs, um jungen Leuten das Handwerk nahezubringen“, fasste Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf zusammen. „Den einen großen Aufschlag gibt es bei der Nachwuchssuche jedoch nicht. Vielmehr setzt sie sich aus vielen Mosaiksteinen zusammen“, so der HWK-Chef. Für Handwerksbetriebe sei das A und O, sich attraktiv aufzustellen. Ähnlich betonte es Daniela Schmitt: „Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht. Arbeitgeber müssen die Chance wahrnehmen, sich auf Ausbildungsmessen zu präsentieren und über Praktika Nachwuchs zu gewinnen.“ 

Dass er diese Empfehlung beherzt, unterstrich Dominik Moersch, Geschäftsführer der Elektro- und Kältebau Moersch GmbH in Saarburg. Neben Daniela Schmitt nahm auch er an der Pressekonferenz zur Ausbildungsmesse „Chance Handwerk“ teil. Seit 2014 zeigt Elektro Moersch auf der Messe Flagge. Auch in diesem Jahr wird der Betrieb sich dort präsentieren, am 23. November von 14 bis 19 Uhr. Schließlich hat Moersch auf der Messe bereits zwei seiner aktuellen Auszubildenden und einige Praktikanten gefunden. 

„Gegenüber anderen Ausbildungsmessen profitieren wir vom Alleinstellungsmerkmal“, sagte Bettendorf, „denn bei uns präsentieren sich ausschließlich Handwerksbetriebe. Derzeit haben sich rund 60 Aussteller angemeldet, so viele wie noch nie. Junge Leute können hier nicht nur Ausbildungsbetriebe kennenlernen, sondern auch gleich ihre handwerklichen Fähigkeiten in verschiedenen Berufen ausprobieren.“

Dr. Carl-Ludwig Centner

Dr. Carl-Ludwig Centner

Geschäftsführer HWK und BQH / Abteilungsleiter Ausbildung

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