Holzkompetenzzentrum Rheinland

Holzbaupreis Eifel 2016 für Peter Floss

Brückenkonstruktion aus heimischen Rundholzstämmen und Spezialbeton eröffnet neue Möglichkeiten

Dipl-Ing. Peter Floss (2. v. l.) mit Sohn Martin Floss (r.) bei der Preisverleihung in Nettersheim mit Dr. Gerd Loskant von Landesforsten Rheinland-Pfalz (l.) und Architekt Peter Thomé aus Koblenz (weiterer Preisträger aus Rheinland-Pfalz)
Bildrechte: Floss Zimmerei u. Blockhausbau GmbH
Dipl-Ing. Peter Floss (2. v. l.) mit Sohn Martin Floss (r.) bei der Preisverleihung in Nettersheim mit Dr. Gerd Loskant von Landesforsten Rheinland-Pfalz (l.) und Architekt Peter Thomé aus Koblenz (weiterer Preisträger aus Rheinland-Pfalz)
Wer den Hühnerbach in Schönecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad überquert, befindet sich buchstäblich auf dem Holzweg. Denn der dreizehn Meter lange Weg in den gegenüber gelegenen Ortsteil Wettelbach verläuft über eine Brücke aus Douglasien. Im übertragenen Sinne ist das Bauwerk aber ganz das Gegenteil: eine preisgekrönte Neuheit. Ihre Konstrukteure haben damit eine innovative Bauweise geschaffen. Das Team der ortsansässigen Zimmerei Floss hatte den Brückenträger zusammen mit dem Lehr- und Forschungsgebiet Holz der Hochschule Trier entwickelt.

Das Besondere an dem Bauwerk ist ein neuartiges Holz-Beton-Verbundsystem. Floss und seine Mitarbeiter haben dafür mächtige Rundstämme aus Douglasien verwendet. Das Holz hatte das Unternehmen direkt bei den Forstbetrieben der Umgebung Westeifel erworben und im eigenen Betrieb verarbeitet. Die dicksten Stämme haben einen Umfang von 20 Zentimetern. Die geschälten Rundhölzer sind an den Knotenpunkten mit einem speziellen Polymerbeton verbunden. Diese fachwerkartige Methode, Rundholz zu nutzen, ist neu. Und sie ist wegweisend, denn sie eröffnet neue Möglichkeiten. Schließlich sind Fußgängerbrücken aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz immer mehr gefragt – nicht nur in Schönecken.

Damit hat der Blockhaus- und Holzrahmenhausbauer aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm eine wichtige Wettbewerbsbedingung hervorragend umgesetzt. Denn die Teilnahme setzte voraus, dass die eingereichten Projekte dazu geeignet sind, die Planungs- und Baukultur im Eifelraum beispielhaft zu fördern. Dies hatte das Holzkompetenzzentrum Rheinland in der Ausschreibung festgelegt. Zudem musste jedes Projekt maßgeblich aus Holz beziehungsweise Holzwerkstoffen beschaffen sein.
Die Kosten für das innovative Bauwerk hat das Unternehmen Floss selbst getragen. Der Europäische Strukturfonds (EFRE) hat das Projekt bezuschusst. „Mit dem Konzept, die Wertschöpfungskette des Holzbaus möglichst in der Eifel-Region zu behalten, liegen wir richtig. Das zeigt uns der Preis erneut ganz deutlich. Er gibt uns neuen Mut, diesen Weg auch weiter zu verfolgen“, kommentiert der Blockhausbauer die Auszeichnung.

Der Holzbaupreis Eifel wurde zum dritten Mal ausgelobt. Kooperationspartner sind das Kompetenzzentrum Holz Ostbelgien, das Holzbau-Cluster Rheinland-Pfalz, unterstützt vom Landesbeirat Holz NRW, von der Eifelgemeinde Nettersheim und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Zur Teilnahme am Wettbewerb aufgerufen waren Bauherren, Architekten, Bau-Ingenieure, Tragwerksplaner, Holzbaubetriebe und Produktentwickler aus der Eifel in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Ostbelgien und dem angrenzenden Bereich Luxemburgs. Von den vier vergebenen Preisen gingen je zwei nach Rheinland-Pfalz und Luxemburg.

Peter Floss ist Diplom-Ingenieur und als Architekt beauftragt. Mit den Söhnen Jochen und Martin ist im Traditionsbetrieb bereits die fünfte Generation am Ruder. Peter Floss selbst gründete mit seinem Vater vor 40 Jahren die Floss GmbH und widmete sich fortan neben der klassischen Zimmerei dem Blockhaus- und Holzrahmenbau. Er engagiert sich zudem in Forschung und Entwicklung und arbeitet eng mit der Hochschule Trier zusammen. Für sein innovatives Unternehmertum hat Floss bereits verschiedene Preise erhalten, darunter als jüngste Auszeichnung den Holzbaupreis Eifel 2016. Wie viele andere Ehrenamtsträger ist Floss ein glühender Innungsverfechter. Seit 21 Jahren engagiert er sich in der Holzbau- und Zimmerer-Innung Westeifel, davon allein 18 Jahre als Obermeister.

Dr. Matthias Schwalbach

Geschäftsführer

Loebstr. 18
54292 Trier
Tel. 0651 207-352
Fax 0651 207-215
mschwalbach--at--hwk-trier.de