Der Bundespreises Denkmalpflege wird am Donnerstag (14.11.2019) in der Staatskanzlei des Saarlandes am Ludwigsplatz vom saarländischen Ministerpräsident Tobias Hans, Holger Schwannecke (Generalsekretär des ZDHs) Dr. Steffen Skudelny (Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz)und verliehen.
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Der Bundespreis Denkmalpflege wurde am Donnerstag (14.11.2019) in der Staatskanzlei des Saarlandes am Ludwigsplatz vom saarländischen Ministerpräsident Tobias Hans, Holger Schwannecke (Generalsekretär des ZDHs) und Dr. Steffen Skudelny (Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) verliehen.

Denkmalpflegepreis für Steinmetz Wirtz und Dachdecker Lay

Acht Denkmaleigentümer und 40 Handwerksunternehmen aus dem Saarland wurden mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet, darunter auch zwei Betriebe aus Trier:  Steinmetz Henning Wirtz und der Dachdeckerbetrieb Joh. Pet. Lay. Darüber hinaus erhielt der Betrieb Berg Dach + Schiefer aus Erden/Mosel eine Urkunde für beispielhafte Leistungen bei der Sanierung und Restaurierung der Villa Micka in Saarbrücken. Die Preise haben der saarländische Ministerpräsident, Tobias Hans, der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, der Präsident der HWK des Saarlandes, Bernd Wegner, und Dr. Steffen Skudelny vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) verliehen. Die an den Restaurierungsmaßnahmen beteiligten Handwerksbetriebe wurden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, für die privaten Denkmaleigentümer ist der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege pro Bundesland mit jeweils 15.000 Euro dotiert. 

Freude herrscht in der Trierer Fa. Joh. Pet. Lay, die für ausgeführte Dacharbeiten gewürdigt wurde: „Wir sind stolz, ein Teil der Instandsetzung und Restaurierung gewesen zu sein.“ Auch Steinmetz- und Steinbildhauermeister Henning Wirtz, der auf die Restaurierung und Erhaltung historischer Bauwerke spezialisiert ist und Sandsteinarbeiten an der Villa Bauer durchgeführt hat, freut sich über die Anerkennung. „Die Auszeichnung zeigt, dass es ohne Handwerk nicht geht“, sagt er. „Man muss das Ganze sehen und nicht nur den in Arbeit befindlichen Abschnitt eines Bauwerks. Es geht darum, das richtige Maß an Neuteilen und Steinerhalt auch in ästhetischer Hinsicht zu finden – um handwerkliche Kompetenzen, die ausschließlich durch Erfahrung, Praxis und Liebe zum Beruf zu erlangen sind.“ Die Auszeichnung sehe er daher auch als Anerkennung für viele andere von ihm restaurierte Objekte und Gebäude, die nicht in einer Preisausschreibung gewesen seien und dennoch Bauherrschaft, Planer und Denkmalpfleger überzeugt hätten. „Das Besondere daran ist die Behutsamkeit, mit der insbesondere seitens der Bauherrschaft vorgegangen wird“, so Henning Wirtz: „Eine Restaurierung hat ja nie das Ergebnis ‚wie neu‘ zum Ziel, sondern das richtige Maß an Notwendigkeiten und Ästhetik. Es geht darum, so wenig massive Eingriffe wie möglich vorzunehmen und das Alte wirken zu lassen.“ 

Der von der DSD und dem ZDH gestiftete Preis wird jährlich in zwei Bundesländern an Privateigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. Die Jury betonte die Qualität der eingereichten Projekte sowie der beteiligten Handwerker und Architekten. „Diese Veranstaltung und das Zusammenspiel aller Akteure sorgen dafür, die Arbeit der Handwerkerinnen und Handwerker in der Öffentlichkeit präsent zu machen, zu zeigen, welche Möglichkeiten das Handwerk bietet und Zeugnisse der kulturellen Vergangenheit wiederzubeleben“, sagte Tobias Hans. Dieser Bundespreis sei ein Markenzeichen für die Handwerker und verleihe den Eigentümern einen Vorbildcharakter. 

Der Bundespreis zeigt eindrucksvoll, dass das „Handwerk ein engagierter und unverzichtbarer Partner ist, wenn es um das Kulturerbe und seine Erhaltung geht“, betonte Holger Schwannecke. „Gerade in Zeiten intensiver Diskussionen über Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft ist jedoch – neben dem Erhalt von Kulturgütern – ein weiterer wichtiger Aspekt der Denkmalpflege, dass diese per se dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet ist.“ Mit jedem erhaltenen Stein oder Balken, jeder erhaltenen Tür oder Wand würden vorhandene Ressourcen geschont, weniger neue Materialien benötigt und müssten weniger Abbruchmaterialien entsorgt werden. „Denkmalpflege ist zudem ein Wirtschaftsfaktor in der Region und schafft dort Beschäftigung und Wirtschaftskraft.“ Das würden auch die Preisträger eindrucksvoll belegen, so Schwannecke. Wegner erklärte: „Eine gute Denkmalpflege gibt Anstöße und setzt Impulse, damit wir uns des Erhaltenswerten immer wieder bewusst werden und es mit neuem Leben erfüllen.“

Villa Bauer

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