Ausbildung von Flüchtlingen

Besonderheiten bei der Bewerbung eines Bewerbers / einer Bewerberin mit Migrations- oder Fluchthintergrund

Wollen Bewerber/ Bewerberinnen mit Migrations- oder Fluchthintergrund in Deutschland eine duale Ausbildung absolvieren, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So brauchen die Bewerber/ Bewerberinnen eventuell eine Aufenthaltserlaubnis, ein Visum zum Absolvieren einer Berufsausbildung oder eine Genehmigung der Ausländerbehörde um längerfristig in Deutschland leben und die Ausbildung absolvieren zu können.

Aus diesem Grund haben wir die „Erhebungsbogen“ entwickelt. Diese Checkliste können Sie gemeinsam mit Bewerber/ Bewerberinnen ausfüllen, um die richtigen Informationen zu erhalten. Anhand von Aufenthaltspapieren kann der Betrieb erkennen, ob der Migrant/ Flüchtling eine Beschäftigungserlaubnis hat oder erst beantragen muss (das gilt für das Praktikum, die Einstiegsqualifizierung und die Ausbildung).

Diese Erhebungsbogen stehen Ihnen zur Verfügung:

Nr. 1   Zur Ausbildungsplatzsuche für Menschen mit Migrationshintergrund aus EU-Ländern hier

Nr. 2   Zur Ausbildungsplatzsuche für Menschen mit Migrationshintergrund aus Drittstaaten / NICHT EU-Bürger hier

Nr. 3   Zur Ausbilungsplatzsuche für Menschen mit Fluchthintergrund hier

Nr. 4   Zur Ausbildungssuche für Menschen mit Migrationshintergrund, die sich bereits in Deutschland aufhalten hier



Anhand von vier wichtigen Angaben, können Sie die Staatsangehörigkeit, Aufenthaltspapiere, Aufenthaltsort und den Aufenthaltsgrund ermitteln.

Welcher Staatsangehörigkeit gehört der Bewerber / die Bewerberin an? Empfehlung: Aufenthaltspapier, ggf. Nationalpass, zeigen lassen und eine Kopie anfertigen.

a.   Der Bewerber/ die Bewerberin ist…

  •  Staatsangehöriger eines EU-Landes (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Italien, Irland, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern) oder
  •  Staatsangehöriger eines der folgenden Länder (EFTA-Staaten): Schweiz, Lichtenstein, Island oder Norwegen

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 1“.

  •  Ab dem 1. Januar 2021 gelten für das Vereinigte Königreich sämtliche Rechte und Pflichten, die es als EU-Mitgliedstaat und während des Übergangszeitraums im Rahmen des Austrittsabkommens hatte, nicht mehr. Es profitiert nicht länger von einem nahtlosen Zugang zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion oder von politischen Maßnahmen und internationalen Abkommen der EU (einschließlich ihrer Freihandelsabkommen mit anderen Drittländern).

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 2“.

 

b.  Der Bewerber/ die Bewerberin ist…

  •  Staatsangehöriger aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland oder den USA können darüber hinaus einen erforderlichen Aufenthaltstitel auch nach der Einreise einholen. Für alle anderen Staatsangehörigen gilt: das Visum für einen langfristigen Aufenthalt muss grundsätzlich vor der Einreise bei der zuständigen Auslandsvertretung (Botschaft) beantragt werden. Es bedarf grundsätzlich der Zustimmung der zuständigen Ausländerbehörde in Deutschland (zuständig ist eine Ausländerbehörde des Ortes, an dem der Ausländer seinen Wohnsitz nehmen wird).
  •  Möchte der Bewerber/ die Bewerberin schon kurz nach der Einreise eine Beschäftigung aufnehmen, empfiehlt sich allerdings die Beantragung eines entsprechenden Visums vor der Einreise.

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 2

 

c.  Für alle anderen Bewerber/ die Bewerberinnen weiter mit Punkt 2. Aufenthaltsort.

Staatenliste zur Visumspflicht: www.auswaertiges-amt.de/de/service/visa-und-aufenthalt/staatenliste-zur-visumpflicht/207820

Welchen Aufenthaltstitel (Aufenthaltserlaubnis, Visum, Blaue Karte EU, ICT Karte, Mobile-ICT-Karte, Niederlassungserlaubnis, Daueraufenthalt-EU-unbefristet) oder welches Dokument mit Aufenthaltsstatus hat der Bewerber / die Bewerberin (Aufenthaltsgestattung, Duldung)? Wie lange ist dieses gültig / befristet? Empfehlung: Aufenthaltspapiere zeigen lassen und eine Kopie anfertigen. 
Wo hält sich der Bewerber / die Bewerberin momentan auf? In Deutschland, in der Heimat oder in einem anderen Land?

a. Der Bewerber/ die Bewerberin hält sich im Heimatland oder in einem anderen Land auf?

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 2“.

 

b. Der Bewerber/ die Bewerberin hält sich in Deutschland auf?

 

  • Der Bewerber/ die Bewerberin ist als Flüchtling eingereist?

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 3“.

 

  • Der Bewerber/ die Bewerberin ist mit einem Visum eingereist (z. B. zum Studieren, Freiwilliges Soziales Jahr, Au-Pair etc.)?

… weiter mit „Erhebungsbogen Nr. 4“.

Freizügigkeit für Staatsangehörige eines EU-Staates, Visum oder Fluchthintergrund?


Ausbildung abgebrochen?

Sofern die Ausbildung vorzeitig abgebrochen worden ist, bestehen Mitteilungspflichten gegenüber der Ausländerbehörde. Gem. § 82 Abs. 6 S. 1 AufenthG ist die zuständige Ausländerbehörde binnen zwei Wochen über den Abbruch zu benachrichtigen.

Ein Abbruch kann zur Folge haben, dass die Aufenthaltserlaubnis nachträglich beseitigt wird. Je nachdem, aus welchen Gründen der Abbruch erfolgte, kann dem Betroffenen gem. § 16a Abs. 4 AufenthG für bis zu sechs Monate die Möglichkeit gewährt werden, einen neuen Ausbildungsplatz zu finden.

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NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich in der Region Trier eine Reihe von Netzwerken gebildet, die sich mit großem Engagement für die Integration von Personen mit Migrationshintergrund in Ausbildung und Beschäftigung einsetzen. Die Handwerkskammer Trier und die KAUSA Servicestelle RLP kooperieren hier eng mit  dem NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge, Berlin. Sie können Mitglied im NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge werden! Die Mitgliedschaft ist vollkommen kostenlos und mit keinerlei Verpflichtungen verbunden. Mitglieder erhalten Zugang zu den Webinaren, Workshops und Infomaterialien. Durch Ihre Mitgliedschaft helfen Sie dem NETZWERK aktiv zu wachsen und weiterhin Beratungsangebote wie dieses entwickeln zu können. 

Informationen vom Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge: www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de/

Jankauskaite-Lepage, Aurita

Aurita Jankauskaite-Lepage

Projektmitarbeiterin KAUSA Servicestelle RLP, Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, Standort Trier

Loebstr. 18
54292 Trier
Tel. 0651 207-151
alepage--at--hwk-trier.de